2001 – Jesus greift herab

Das Original zum Bild, wo sich Jesus vom Kreuz losreißt und uns seine Hand reicht um zu helfen, stammt von Kokoschka.

Ursprünglich wollte ich an Stelle von uns Menschen altertümliche Bibelfiguren ums Kreuz scharen.

Dann lief mir eine Frau aus der Pfarre  über den Weg und sagte: Du musst die Jetztzeit darstellen; – was ich dann auch umzusetzen versuchte  (Ich bin ihr unendlich dankbar für

den Tipp ).

Da sind links im Bild die so genannten coolen Typen, Discotänzer, die Jesus am Kreuz gar nicht wahrnehmen und beschwingt weiter tanzen. Dann einer, der sich weg dreht und mit dem Daumen zeigt, und sich dabei wahrscheinlich denkt: „Schaut´s eam au, er kummt oba „!

In der Mitte der Hilfe suchende, er ergreift die Hand von Jesus…Rechts oben ein Mädchen, dass zur Zeit sehr diskriminiert und verspottet wird; – sie trägt als Zeichen ihres islamischen Glaubens ein Kopftuch!

Darunter der Chef, Manager… ihm verschlägt´s die Sprache, er ist auch mächtig, aber so etwas hat er noch nicht gesehen! Dann noch rechts unten die alte Frau, eine Bosnierin die flüchten musste und nun bei uns, fern ihrer Heimat, still und unauffällig ihr Kreuz trägt!

Wenn du dich wieder findest oder angesprochen fühlst, sei ruhig ein bisschen betroffen….

Es ist Fastenzeit!

2002 – Liebe macht verwundbar

„Liebe macht verwundbar  –  Liebe weiter“ war 2002 der Leitfaden für die  österliche Bußzeit. Jesus war einer von uns, der dies zu spüren bekam.

Er lies sich ganz auf die Liebe ein  –  ohne, als es brenzlich wurde, einen Rückzieher zu machen. Liebe macht verwundbar  –  ihn verwundete sie tief, ja tödlich.

Liebe läßt nicht kalt  –  sie fordert zur Antwort heraus.

Damals wie heute halten manch Mächtige genau das aber nicht aus. Menschen, die authentisch und lebendig lieben, können für sie zur Gefahr werden  –  und solche Gefahren gehören beseitigt  –  damals wie heute.

Diese Mächtigen sind hier durch zwei kräftige Hände dargestellt, die den Gekreuzigten samt den Querbalken ins Grab drücken und glauben, dass damit die Sache aus der  Welt geschafft sei. Und dennoch: Wer weiterliebt geht den Weg auf Ostern zu!

Weil: ER geht mit!

Denn seine Liebe zu uns war stärker. Liebe die schon so viele Wunden geheilt hat, Liebe die oft unerklärliche Wege geht, Liebe die uns durch diese Fastenzeit begleiten soll!

Denn: ER geht MIT, leidet MIT, freut sich MIT, stirbt MIT und ersteht MIT uns zu neuem Leben, einem Leben in Fülle !

Darum liebe weiter, weiter…!

2003 – Regenbogen-Farbe verloren

Der Regenbogen hat seine Farbe verloren…..

Der Bogen ist Zeichen des Bundes (Gen 9,12-17) – eines immerwährenden Bundes der Liebe Gottes. Doch die Realität zeigt: Er scheint, seine kräftigen Farben verloren zu haben.

Der Bund scheint durch die rollenden Panzer, die Kette fesselnder Ungerechtigkeit, durch den gellenden Schrei der unter die Räder Gekommenen zerrissen. Das Friedenslicht von Bethlehem ist längst erloschen. Gott hat seinen Bund nicht gelöst, aber er scheint angesichts von Krieg, Tod und Leid so kraftlos…

Ich soll auch mitschuldig sein an dem ganzen Dilemma?

Gut, so einiges kann ich mir vorstellen, in kleinen Schritten zu ändern, aber wie soll ich einen Krieg verhindern, der schleichenden Zerstörung unserer Umwelt Einhalt gebieten, wie soll ich dem Regenbogen die Farbe wiedergeben? So Vieles scheint unrettbar gefangen in zerstörerische Strukturen.

Und trotz allem: Der Bogen des unwiderruflichen Bundes Gottes bleibt da. Doch wie ist der Halt des Kreuzes Christi erfahrbar, von dem Friedenstauben und das Licht des Lebens ausgehen?

Versuche nachzudenken über die Bewahrung der Schöpfung, über Strukturen der Kirche, über den frieden, über das sterbende Weizenkorn, denn im Kleinen kannst Du vielleicht Großes bewirken. Und in Ostern dürfen wir dann feiern, dass ER in diese zerstörerische Realität ganz einsteigt, selbst am Kreuz  zerstört wird, aber gerade darin das erlösende Leben Gottes, die Auferstehung das letzte Wort haben…

In diesem Sinn:

Eine farbenfrohe Fastenzeit und ein ebensolches Osterfest.

2004 – Mich dürstet

Fastengedanken…

Mich dürstet…. Worte die Jesus, aufgenagelt am Kreuz, noch hinausgeschrieen hat bevor er starb!

Er, der uns zeitlebens mit seinen Händen Wasser reicht, bekam nur einen Essig getränkten Schwamm von einem Wachsoldaten in den Mund gesteckt.

Wie hätte ich wohl gehandelt?

Mein, unser Durst, unsere Sehnsüchte bewegen sich schon in anderen Regionen. Wasser wird als gewinnbringender Industriezweig vermarktet und die fortschreitende Automatisierung lässt viele dabei leer ausgehen. Übrig bleiben nur die Besten und für den Rest sind Alkohol und Drogen oft der letzte Ausweg. Gesetze und eine starke Faust sind es immer wieder, die diese gestrauchelten Menschen daran hindern, zurück zur  rettenden Quelle zu finden. Ihre Durstschreie gehen in der Hektik unserer Zeit unter.

Um wie viel besser ging es da den verlorenen Sohn.  Die Herzlichkeit, mit der, der Vater ihm  entgegengeht, müsste doch vieles in uns aufrütteln. Auch der mahnende Zeiger der Uhr soll dazu beitragen.

Nimm dir die Zeit, diese Fastenzeit und horch in dich hinein, und überdenke dein Leben wenn du den Ruf von Jesus am Kreuz “mich dürstet“ hörst!

Fastenzeit Durst auf Ostern hin

2005 – Was uns leben läßt

Nachspüren was uns Leben lässt…

… aufatmen können …aus dem Vollen schöpfen … die Freiheit genießen… ….das Leben spüren …zu sich selbst finden… aufblühen … einfach leben!

Diese tiefen Sehnsüchte bewegen wohl jeden Menschen. Denn das Alltagsleben spielt oft andere Seiten: Zwischen Erwartungen und Forderungen, im Druck von Beruf, Familie und Eigenbereichen, in Krisen des persönlichen Lebens wie auch des Miteinanders eingezwängt werden dieserart Sehnsüchte oft erstickt – und doch dringen sie immer wieder an die Oberfläche.

All das hat Eingang in das Thema unserer Fastenzeit „Was uns leben lässt…“ gefunden und stellt das Fastentuch vor Augen: Die Zirbe links oben holt sich ihre Lebenskräfte tief aus dem Erdreich – das sprudelnde Wasser beseelt sie.

Ohne Wasser gibt’s kein Leben, die Welt dürrt aus, Wüste verbreitet sich, es herrscht Tod. Doch durch das Quellwasser, das die Zirbe umspült und zum Schattenspender macht, werden auch Weinstock und Getreide zum Gedeihen gebracht.

Wasser hat aber auch zerstörerisches Potential – die Flutkatastrophe in Süd-Ost-Asien hat es so schrecklich spüren lassen. Es gilt, aus den vielen Möglichkeiten unseres Lebens das Unheil zu bannen und Leben zu fördern. Wasser war im Alten Testament für Moses und die Israeliten die letzte Rettung in Ihrer verzweifelten Situation. Im Glauben an Gott schlägt Moses an einen Felsen und es öffnete sich eine Quelle.

Vielleicht können wir die Fastenzeit dazu nützen, uns auf unsere Lebensquellen neu zu besinnen, auf das was uns Leben lässt, auf die Felsen, die unsere Lebensquellen zurückhalten und die es zu öffnen gilt –  wir wollen nachspüren, was uns leben lässt…hin auf ein frohes Osterfest

2006 – Kluft

Die immer größer werdende Kluft zwischen Arm und Reich und die wundersame Speisung einer Volksmenge mit fünf Broten und zwei Fischen!

Eine Statistik besagt, dass rund 3 Milliarden Menschen mit 2 $ pro Tag Ihr Überleben bestreiten. Selbige besagt auch, dass die Hälfte noch weniger hat und hungert. Im Gegensatz dazu, besitzen die 3 reichsten Männer der Erde ein Vermögen, das höher geschätzt wird als das Bruttoinlandsprodukt von den 50 ärmsten Entwicklungsländern.

Diese besagte Kluft zwischen Arm und Reich wird stetig breiter.

Was nutzt da die wundersame Brotvermehrung, wie sie heute, mehr denn je, bei uns alltäglich passiert? Immer mehr Gebäcksorten kommen täglich auf den Markt, und immer mehr Körbe vom übrig gebliebenen Brot landen auf den Müll, fallen in die Kluft. Genauso passiert es mit dem Fisch. Sein Ablaufdatum zeigt den Zeitpunkt an, wo auch er entsorgt wird. Zigtausende könnten von diesem Überfluss gespeist werden. Alles scheitert an der Verteilung und der Kostenfrage.

Würde es darum gehen solche Drittländer, mit Waffen zu versorgen, wäre genug Geld im Investitionstopf. Hier wäre wohl ein Umdenken von uns Reichen notwendig!

Aber auch im meinem Alltag überspringe ich bewusst so manche Kluft, da ist es der Nachbar, der mir nicht zum Gesicht steht, oder der Bettler, den ich von weitem sehe und darum die Straßenseite wechsle, die Kluft überspringe.

Versuchen wir wenigstens, über diesen Abgrund nachzudenken, und tragen wir dazu bei, dass eine Restration von unserem Reichtum für die Armen der Ärmsten abfällt.

In diesem Sinn frohes nachdenkliches Fasten

2007 – Meinst du mich?

In unserer Zeit lasten viele Erwartungen auf uns: Wir müssen „funktionieren“ – im Job, in der Familie, als Teilnehmer/in oder Mitglied. Es gilt, sich einzufügen, einfach die zugewiesene Rolle zu spielen. Doch: Wo bleibe dann ich – mit dem, was mir wichtig ist und mich ausmacht, mit meinen tiefen Sehnsüchten und Gefühlen?

Fast haben wir es verlernt, persönlich gemeint oder sogar geliebt zu sein. Und dann können wir es zumeist gar nicht glauben, wenn da ein Gott ist, der mich ganz persönlich meint und liebt. „Meinst Du mich? Wirklich mich?“ Es ist ein Gott, der sogar auf die belastete und in Unheil verstrickte Gestalt des Zachäus zeigt und sagt: „Zachäus, komm schnell herunter vom Baum. Ich muss heute bei Dir zu Gast sein!“ Ein Gott, der in das Haus auch meines Lebens einkehren will – um zu bleiben!

Der erstaunte Blick spricht aus den Personen, die für das heurige Fastentuch prägend sind. Das kann doch nicht Wirklichkeit sein, dass er mich meint! Oder doch? Wirklich mich?

Die Fastenzeit zeigt sich so als Raum des Lernens und Aufatmens, wo ich immer mehr zu diesem Gott finde, der mich persönlich meint und liebt, der mich vom Funktionieren zum Leben führt, der mich ich selbst sein lässt. Fastenzeit als Zeit des Aufblühens & Lebendig Werdens …

2008 – Communio

Gott hat die Welt in die Hände der Menschen gelegt. Jede/r von uns ist in dieses Netzwerk Gottes eingebunden – ein Netzwerk aus Menschen, das die Welt trägt. Wer in heutiger Computer-Welt nicht vernetzt ist, fällt raus. Wer sich aus dem großen Netzwerk des Miteinanders dieser Welt abkapselt, verkümmert und stirbt ab, selbst und für die Welt.

Wir Menschen haben es in der Hand, die Schöpfung aufleben oder fallen zu lassen. Österliche Bußzeit („Fastenzeit“) lässt sich nicht auf ein paar fromme Gedanken reduzieren, sondern meint, neu das ehrliche Hinschauen zu lernen – und da heraus Hand anzulegen, sich einzubinden in dieses tragende Netzwerk, das Leben der Welt zu halten und zu fördern.

Manche Hände tragen, manche müssen (wie die helle rechts oben) erst vorsichtig hingeführt und eingebunden werden, manche sind klein, manche scheinen übermächtig. Wichtig ist, auf die je eigene Art das (eigene & gemeinsame) Leben in die Hand zu nehmen. Interessant ist, dass die Hand Gottes im Bild gar nicht so klar zu identifizieren ist. Gott greift nicht eindeutig isolierbar ein – er wirkt im Netzwerk der Menschen zumeist unbemerkt, er wirkt durch das gemeinschaftliche Netzwerk der Menschen, die „Communio“ (Gemeinschaft).

Österliche Bußzeit („Fastenzeit“): Die Zeit sich neu in diese Communio, in dieses Netzwerk Gottes mit den Menschen einbinden zu lassen, gemeinsam mit zu tragen am Leben der Welt!

2009 – Paradies

Klimawandel – wandeln

Gott schuf Himmel und Erde… für uns Menschen und Tiere das Paradies! Wir aber stehen dem, seit Urzeiten an skeptisch gegenüber. Immer neue Gedanken spinnen sich in unseren Köpfen, was Neues muss her. Ein  Paradies von Menschenhand geschaffen.

Der paradiesische Baum wird gespalten und beginnt langsam zu verdorren. Der Wolf schaut nicht länger zu und heult das Unheil hinaus in die Welt. Selbst der schlaue Fuchs kratzt sich nachdenklich hinterm Ohr.

Regenwälder werden abgeholzt, Fabriken und Prachtbauten entstehen dort. Widersetzt sich dem ein Volk, wird es mit Waffengewalt vertrieben. Die grüne Lunge die lebenswichtig ist ersetzt der Mensch durch Plastikbäume, die zwar schön fürs Auge sind, aber schon gar nichts zum Klimawandel beitragen.

Die Zerstörung des Ursprünglichen, die dabei entstehenden Umweltsünden und der sich daraus entwickelte Klimawandel werden einfach ignoriert. Die Verführungskünste der Schlange  mit ihrer glänzenden Haut, blenden uns und es entsteht Zwietracht und Neid unter den Völkern.

Das miteinander hört auf zu existieren.

Ja selbst der Künstler verdeckt sein Gesicht und sucht nach einer Lösung. Viel Hoffnung keimt auf, wenn du in der Bibel Jesaja 27, liest, wo es heißt: „An jenem Tag gibt es einen prächtigen Weinberg, Israel blüht und gedeiht und der Erdkreis füllt sich wieder mit Früchten“.

Gemeinsam könnten wir das schaffen. Wandeln wir das Klima, damit wir Ostern im Neuen Licht sehen!

2010 – Samenkörner

Seine Samenkörner gehen auf – LEBEN breitet sich aus

Das Fastentuch stellt das reichhaltige Aussäen Gottes vor Augen: Dieser Gott geizt nicht, sondern schenkt mit voller Hand.

Er weiß sowohl, dass Steine auf der Erde und unter der Erde liegen und darum der Samen keine Frucht bringt. Er sieht auch, dass so manches Korn vom Wind in den Dornbusch getragen wird und dort verdorrt. Auch die vielen Vögel die einfallen und sich an den Samenkörnern satt fressen machen ihm Sorgen. Weniges bleibt da für den guten Boden übrig. 

Wo die Samen seiner Liebe in offene Herzen fallen, da beginnen Menschen aufzuatmen, sich aufzurichten und ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen – da beginnt Aufer-STEH-ung!

Das Fastentuch hält uns den Spiegel vor Augen: Beide Symbolfiguren zeigen manches, was sich auch in unsrem Herz abspielt – je nach Lebenssituation

Da gibt es das gute Herz der jungen Frau, die sich hinkniet und dankend ihre Schale dem Sämann entgegenhält. Freude und Hoffnung auf eine gute Ernte keimen in ihr auf.

Dem gegenüber steht ein Mensch dessen Herz mit dem Stein im Ackerboden zu vergleichen ist. Er ist frustriert. Rückschläge, Krankheiten, keine Arbeit, Obdachlos usw.…. haben ihn dazu gebracht sich unter einem Schirm zu verstecken. In seiner Wut zertritt er auch noch die letzten fruchtbringenden Halme mit seinen Schuhen. Er sieht nur noch den Dornbusch in seinem Leben und hat resigniert.

Denn das Schöne ist: Gottes Schenken und Wirken ist wirkungsvoller als die menschliche Abgestumpftheit. Diese Tage feiern wir die Einladung Gottes, neu unser Herz für ihn zu öffnen. Wenn auch manchmal auf Umwegen: Seine Samenkörner des Lebens gehen auf, Leben breitet sich aus!

2011 – Grenzen Frieden

Mit meinem Gott werde ich Mauern überspringen!

Diese biblischen Worte sprach David, der ein Leben voll Höhen und Tiefen hinter sich hatte, und fest daran glaubte, dass mit seinem Gott alles möglich ist. Diese Worte sollen uns Mut machen. Geben auch wir unser Leben in Gottes Hand, dann überspringen wir damit jede Mauer die sich uns in den Weg stellt. Gemeint sind aber nicht Mauern wie sie zur Verteidigung oder als Grenzwall gebaut wurden, sondern Mauern die sich in unserem Innersten aufbauen und schwer zu überwinden sind.  

Oft wissen wir nicht mehr weiter und sehen keinen Ausweg. Da heißt es dann sprichwörtlich: „Raffe dich auf, spring über deinen eigenen Schatten“! Dein Gott wird dir dabei helfen. Glaube und vertraue auf ihn. Er wird dir den nötigen Rückhalt geben. Schau über deine Grenzen und nimm deine Mitmenschen so an wie sie sind.  Auch Jesus hat durch den Glauben an Gott Vater viele Mauern überwunden. Eine davon war am Jakobsbrunnen. Er war durstig und hatte kein Schöpfgefäß als er zum Brunnen kam. Als Jude sprach er eine samaritische Frau an: Gib mir zu trinken!, Allein mit dieser Frage übersprang er seine innerlichen Grenzen, da Juden und Samariter nicht miteinander kommunizierten. Doch auch die Frau war von der Gelegenheit überrascht. Jesus bietet Ihr Wasser an, dessen Quelle nie versiegt, Wasser das unerschöpflich ist und den Durst für immer stillt. Beide sind über Ihre eigenen Schatten gesprungen und können frischgestärkt auf Ostern hin Ihren Weg fortsetzen.

2012 – Bruchlinien

Aus den Bruchstücken des Lebens: Auferstehung durch IHN!

Eine „heile Welt“ – danach sehnt sich wohl alle: Eine Welt, wo Frieden regiert, wo Geborgenheit & Miteinander das Leben prägen. Doch die Wirklichkeit zeigt sich anders: Beziehungen zerbrechen (Ehering), Träume lösen sich in Luft auf, ein überraschender Befund kann schlagartig die Sicherheit der Gesundheit zerbröseln lassen; plötzliche oder dauerhafte Arbeitslosigkeit, wie auch der Tod geliebter Menschen kann zutiefst in Frage stellen. Brüche ziehen sich durch die Welt, lassen Wirtschaftsgemeinschaften auseinanderfallen – Solidarität wird durch Angst ausgehöhlt: in Europa und noch stärker im Bruch zwischen reicher Welt im Norden und Ländern des Südens (rechts oben). Selbst die Kirche (Turm links) hat den Nimbus der „festen Burg“ verloren: alte Sicherheiten purzeln in sich zusammen. Meist vollzieht es sich schleichend – bisweilen aber auch schleudert das Leben seinen Überdruck wie ein Vulkan zutage (links oben).

Lebenswege verlaufen nicht glatt, wie mit Lineal gezogen: Ehrlich angesehen ist das Leben für Menschen, die sich aus der zaungeschützten Heimat (unten Mitte) der Kindheit ins Leben wagen, eine Geschichte von Bruchlinien, die oft unerwartet die so hoffnungsvoll begonnenen Sicherheiten ins Wanken bringen. Scherben gehören zum Bauplatz des Lebens!

Natürlich zeigen wir das nicht gerne her – lieber sehen wir darüber hinweg, weichen aus oder lenken davon ab. Die „Österliche Bußzeit“ lädt ein, im Angesicht Gottes zur eigenen Realität in all seiner Brüchigkeit stehen zu lernen, die eigenen Verwundungen sorgsam anzusehen, Bruchlinien des Lebens nicht länger krampfhaft zu verbergen.

Der eigene Lebensfaden (rechts) zeigt strahlend-weiße Zeiten der Freude, grau des Alltags, aber auch dunkle Schattenseiten. Doch werden sie hier in das Licht der Auferstehung getaucht – Christus, die „aufgehende Sonne“ (oben) weckt Abgestorbenes zum Leben. Dies geht nicht an den Lebensbrüchen vorbei, übertüncht sie nicht, sondern erwirkt aus ihnen heraus das Leben. So wuchern aus den Bruchlinien Pflanzen hervor, die erkaltete Lava ist fruchtbarer Boden für Neuanfänge.

All dies ist Kern unseres biblisch-christlichen Glaubens. Im Brechen des Brotes feiern wir es Sonntag für Sonntag: Dass mitten aus dem Tod Auferstehung erwächst – schon mitten im Leben: „… im Namen Jesu Christi, des Nazoräers, den ihr gekreuzigt habt und den Gott von den Toten auferweckt hat. … Er ist der Stein, der von Euch Bauleute verworfen wurde, der aber zum Eckstein geworden ist. In keinem anderen ist das Heil zu finden.“ (Apg 4,10ff – der Stein von starker & blutleerer Hand umfasst)

Durch die Bruchlinien unseres Lebens ist Gott am Werk, aus den Bruchstücken setzt er ein neues Bild des „Lebens in Fülle“ (Jh 10,10) zusammen. ER fühlt & leidet mit uns – und bewirkt aus den Gebrochenheiten dieses Lebens Auferstehung und Leben…

Das Bild lädt ein, das Leben mit all seinen Zerbrechlichkeiten & Brüchen neu zu wagen…

2013 – Zuwendung

Ob Gott existiert oder nicht – man kann endlos darüber diskutieren und dann zur Tagesordnung übergehen. Doch egal ob „es Gott unmöglich geben kann“ oder „irgend etwas Höheres es ja geben muss“: Beide Zugänge haben mit dem Leben herzlich wenig zu tun.

In Jesus Christus bekommt Gottes Zuwendung Hand und Fuß, in ihm kommt sie zum unübertreffbaren Höhepunkt der Solidarität Gottes mit uns: Er lebt & liebt, lacht und weint – mit uns! Und er geht darin konsequent bis zum Letzten, bis zum Tod am Kreuz („Kreuz“ am Fastentuch). Doch Gott hat seinen Weg bestätigt: Er ist auferstanden („Sonne“) und lebt: Seine Zuwendung hat das letzte Wort (Ostern). Mit Ihm können auch wir uns angstfrei der „Welt“ zuwenden (vgl. den Grundtext aus dem II. Vatikanischen Konzil oben), uns für Leben & Gerechtigkeit, für Frieden & Bewahrung der Schöpfung engagieren. Mit IHM hat das Leben neu, endgültig begonnen… Lass Dich darauf ein!

Zusage, dass Gott letztlich alles zum Guten wendet

Unverdient – von Gott einfach „gratis“ geschenkt.                        

Wunder der Schöpfung: ER lässt wachsen & werden – in unserem Herzen.

Es tut gut, einfach ein durch und durch beschenkter & geliebter Mensch zu sein.

Nicht durch großartige Leistung verdient – Nein: geschenkt!                        

Da: Ein Mensch oder mehrere an meiner Seite: in Ehe, Freundschaft, Gemeinschaft.

Um Liebe, das Leben, um Freud & Leid zu teilen;                                

Neu mit Kraft beschenkt kann ich mich der Welt, dem Leben zuwenden.

Geschenk Gottes: „Zuwendung“: Das Göttlichste, das wir einander schenken   können

In diesen Sinn Frohe Ostern.

2014 – Weg des Lebens

Ich unterweise dich und zeig dir den Weg den du gehen sollst, heißt es im Psalm 32/8.

Schau hin auf dieses Fastentuch: Wer spricht dich an von den Pilgern am Lebensweg? Lass deine Gedanken und Träumereien freien Lauf.

Erst aber ist es wichtig aufzustehen, aufzustehen vom Ruheplatz unter den verdorrten Baum. Suche dir deinen Weg, vertraue auf Gott und wage den Aufbruch. Fange einen neuen Lebensabschnitt an, verabschiede dich von deinen alltäglichen Gewohnheiten, gehe auf ein Neues Ziel zu und sei offen zu den Menschen die dir begegnen.

Nimm die hilfreiche Hand an, denn gemeinsam geht vieles leichter. Selbst wenn du einmal stolperst und hinfällst, verzweifle nicht, werde nicht mutlos, richte dich auf und gehe weiter.

Am Kreuz angekommen, raste dich aus und lasse dich von den Strahlen der aufgehenden Sonne erwärmen. Denn du kannst im Vertrauen auf Gott, fröhlich die letzten Stufen ins Himmelreich auf Ostern hin deinen Weg des Lebens gehen!

2015 – Veränderungen

Auferstehung – Kreuzigung ein Logo, was viele Interpretationen zulässt.

Hier die meinigen:

Auferstehung könnte sich widerspiegeln, wenn man das Ganze als Korpus sieht. Alle Linien weisen nach oben. Es könnten die Hände des gekreuzigten Jesus darstellen, die himmelwärts streben. Doch auch viele Lebenswege könnten in den drei Linien stecken!

Zwei Menschen machen sich auf den Weg. Irgendwann trennen sich ihre Wege, der Rechte führt ins Leere. Kommt aber über eine Mulde, einem Tief, wieder zurück und beide vereinigen sich wieder. Auch Jesus Weg ist vorgezeichnet. Die rechte Linie ist sein vorgegebener Weg. Links seine Jünger und Anhänger die ihn begleiten. Nach dem letzten Abendmahl (Verbindung) links der schmerzliche Alleingang in den Tod und letztendlich die Auferstehung, gezeichnet durch die obere Linie.

2016 – Gott spricht

Und Gott spricht… Worte zum Leben.

…. Horche hin – seine Worte sind Geist und Leben.

Wir Menschen brauchen Worte zum Leben aus denen wir Kraft schöpfen können im Alltag. Worte zum Leben die trösten, uns stärken in Krisenzeiten, die uns von Ängsten befreien und Mut zu neuem Leben machen.

Manchmal hören wir Worte, die unruhig machen, die uns aufrütteln aus unserer Bequemlichkeit und herausfordern neu zu Beginnen.

Manches Wort zum Leben trifft dich mitten ins Herz, als sei es nur für dich bestimmt. Es ist Gottes Wort; das Wort das dir hilft und das du dir nicht selber sagen kannst.

Eine wahre Schatzkiste für Worte zum Leben ist die Bibel.

Wachsam gehört oder gelesen sprechen viele Worte Jesu uns unmittelbar an:

  • Sorgt euch also nicht um morgen…. (Math.5/36),
  • Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zutragen habt. Ich werde euch ruhe verschaffen (Math.11/28)
  • Seid gewiss, ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt. (Math. 28/20b).

All diese Worte sind uns von Gott geschenkt. Darum horche hin auf deine persönliche Botschaft und formuliere daraus deine Worte zum Leben.

Verbreite sie weiter und trage so deinen Teil für eine fröhliche Fastenzeit bei.

2017 – Getauft und gesalbt

Getauft und gesalbt zum/r Propheten/in.

Propheten – für mich Nachfolger von Jesu. Menschen wie du und ich.

Durch die eigene Taufe wurde auch ich als sein Nachfolger berufen. Doch bis ich wirklich begriffen habe, um was es geht habe ich viele Wegbegleiter, Eltern, Freunde, Bekannte usw. gebraucht.

Nun versuche ich durch mein Vorleben Menschen wach zu rütteln, damit sie fragend werden, warum ich an diesen einen unseren Gott glaube. Er will von mir, dass ich ein Leben lebe, das dem von Jesus  ähnelt.

Phasenweise ??? ist mir das sicher schon gelungen.

Gehen wir mit Jesus durch die Fastenzeit.

Freuen wir uns auf Ostern und die Auferstehung.

Wir, seine Propheten/innen wollen diese frohe Botschaft verkünden……Jesus lebt!

2018 – In Liebe verbunden

Zwei Menschen herzlich miteinander verbunden halten fest am Weinstock.

Der Weinstock in Kreuzesform steht für Christus,

Wir sollen Triebe am göttlichen Weinstock sein und Christus soll für uns das Zentrum unseres Lebens sein.

Er allein ist der verbindliche Maßstab für unser Denken, Glauben und Handeln.

In diesem Sinne eine besinnliche, fröhliche Fastenzeit

Max Rauch

2019 – Freude und Hoffnung

Der Anker unserer Seele (Hebr. 6)

Freude Hoffnung und die nötige Sicherheit gewährt uns glaubenden der Anker dessen Halteseil vom Himmel, dem Vaterhaus Gottes herab kommt.

Ob wir diesen Anker auswerfen oder lichten entscheiden letztendlich wir selber.  Wenn alles Mögliche und Unmögliche auf uns hereinbricht und unser Leben ins Wanken gerät, dann ist es um so wichtiger diesen Rettungsanker zu haben um wieder Hoffnung zu schöpfen.

Er galt auch für die ersten Christen, als ein Zeichen der Hoffnung. Das Kreuz das sich im Anker bildet, soll als ein Symbol des Glaubens an Gott dienen. Darum gehen wir freudig bewusst dem Osterfest entgegen, in der Hoffnung, dass Jesus auch für uns am und im Kreuz der sichere Anker ist.

2020 Das Reich – die Kraft – die Herrlichkeit

Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit.

Einer der schönsten Sätze im Vaterunser, obwohl er erst später hinzugefügt wurde. Oft habe ich diesen für mich befreienden Satz in meinem Leben gesprochen.

…das  Reich; dargestellt am Stein von Jesu  Grab hat einen immer bleibenden Wert.  Er  selbst verkörperte  bis zu seinem Tod  dieses Reich. In seinem Beisein wurden Hungernde satt, Traurige getröstet, Schuldigen vergeben und Tote zu neuem Leben auferweckt!

So sind auch wir zu seiner Nachfolge aufgerufen, wo wir Vergebung unserer Schuld und Befreiung von unseren irdischen Zwängen empfangen, umso immer wieder Schritte in ein neues bewusstes Leben wagen.

…und die Kraft; des Engels der den Stein vom Grab wälzt, heißt für mich: Gott mahnt mich und weist mir den Maßstab zwischen Richtig und Falsch. Er als Mensch gewordener Gott hilft mir, menschlicher zu werden und meine maßlose Selbstüberschätzung im Zaum zu halten.

…und die Herrlichkeit; der Auferstandene sagt mir: Seine Herrlichkeit war nicht der Goldglanz  bei Festbanketten und nicht die der Königspaläste von dieser Welt. Seine Herrlichkeit begann im Stall von Bethlehem und endet am Kreuz auf Golgotha, lebte mit dem leeren Grab am Ostermorgen neu auf.

Darum können wir Glaubende auch fröhlich durch diese Fastenzeit gehen und jubelnd bekennen: „Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit“!