Die Pfarrkirche „Zur Heiligen Dreifaltigkeit“ in Zwölfaxing / N.O.

Die neue Pfarrkirche wurde nach Plänen von Arch. Prof. Clemens Holzmeister in den Jahren 1966 — 1967 als Ersatz für eine, Ende des 14. / Anfang des 15. Jahrhunderts im sogenannten „Kirchengassl“ errichteten und nicht mehr zeitgemäßen Kirche erbaut.

Anlehnung an die Baugedanken von Architekt Prof. Clemens Holzmeister zu der nach seinen Plänen errichtete Pfarrkirche „Zur Heiligen Dreifaltigkeit“ mit Pfarrhaus und Jugendheim in ZWÖLFAXING N.O.‚ Himbergerstraße 1.

Die Planung und Bauleitung dieser kleinen Gottessiedlung wurde mir vom Hochw. Herrn Erzbischof Dr, Franz Jachym nach Vorlage meines Vorentwurfes im Jahre 1965 übertragen.

Das Gesamtkonzept strebte einen geschlossenen Komplex an, der bei dem Charakter der lockeren Bauweise in Zwölfaxing gerechtfertigt erscheint. Die Anlage aller drei Bauteile, Kirche, Pfarrhaus und Jugendheim um einen kleinen Hof bietet zugleich Sicherung der Eingänge in Pfarrhof und Jugendheim. Für Letzteres auch eine gute Überwachung durch den Pfarrherm.

Das Gesicht dieser Gottessiedlung soll kein fremdes im Ortsbild sein. Es nimmt das Gebilde einfacher Baukörper mit Vielfach wiederkehrenden Pultdächern der Umgebung auf, steigert sich zum Giebel des Kirchendaches und vereinigt dieses an der Südseite mit dem Baukörper des Pfarrhofes zur beherrschenden Giebelfront. Hiebei ergab sich, so zu sagen den Glockenturm ersparend, durch Auslassen der Baumasse unter dem Giebelfirst die lufige Anbringung des Geläutes. Den kurzen Giebelfirst darüber krönen drei Steinkreuze als Symbol der Heiligen Dreifaltigkeit.

Die Kirche: Sie bietet den Andächtigen 180 Plätze im festen Gestühl und etwa 100 Stehplätze. Der gedeckte Eingang gewährt geradeaus den Einblick in den Hof, seitwärts öffnet sich die Kirche durch die Haupttüre aus Eiche mit den Reliefs der beiden Fürbitter der Kirche, dem Heiligen Nikolaus und der Heiligen Barbara von dem Halleiner Bildhauer Jakob Adlhart geschnitzt. Der Haupttüre folgt ein Windfang, der auch bei geschlossener Türe den Einblick in die Kirche zum Verweilen im kurzen Gebet gewährt.

Dem Eintretenden begegnet zuerst der Taufstein. Über ihm aber erstrahlt ein farbenglühendes Fenster von der Künstlerin Frau Clarisse Praun nach dem ihr von Herrn Erzbischof gegebenen Thema über die Segnungen des Sakraments der Taufe gebildet.

Am Taufstein vorüber öffnet sich die auch gegen das Schiff offene Beichtkammer mit dem Beichtstuhl, Aus ihr tretend erblickt man zur linken Seite in hoher Nische mit gesondertem Seitenlicht das Bildnis des Hl..Josef mit Kind. Eine Leihgabe von Frau Professor Holzmeister, darstellend eine alte Kopie des Tiroler Gnadenbildes von Maria Waldrast befindet sich links neben dem Altar.

Das große Tauffenster spendet Rückenlicht den Gläubigen, die nun in Bänken versammelt in breiter Ausdehnung – und deshalb nahe dem Altargeschehen – den fast quadratischen Kirchenraum zu zwei Drittel fiillen, während ein Drittel das Altarplanum einnimmt.

Diese gestufte Anlage gliedert sich in drei Teile:

Im Zentrum laufen die Stufen weit vor, um der zentralgesetzten, kräftigen Mensa aus rotgrauem Schnöll von Untersberger Marmor genügend Fläche ringsum zu bieten, Zelebration an dieser Mensa ist in jeder Form möglich Unter dem Holzkreuz stehen 6 schmiedeiseme Leuchter, ergänzt durch bescheidene Kerzenleuchter auf der Mensa.

Den zweiten Teil des Altarplanums mit seinen Stufen gegen die Altarwand weichend nimmt beherrschend die Aufstellung des Tabernakels ein. Es ist dieser in eine hoch aufregende Nische gestellt und ruht als vergoldeter Stahltresor mit 2 Griffen aus Bergkristall auf einem Thron, der in keramischer Ausbildung zusamt der Umrahmung der Nische von Frau Professor Gudrun Baudisch- Wittke, Hallstatt, gebildet wurde. Auf weinrotem Grund schwebt die Hl. Taube.

Auf der Epistelseite, dem dritten Teil des Altarplanums ist die Sessio an der Altarwand aufgerichtet. Auf dem Platz vor dieser kann die Scola Aufstellung finden, begleitet von der hier hoch an der Seitenwand aufgestellten , bescheidenen Orgel, darunter der Spieltisch. An der breiten Rückwand des Altarplanums ragt im Blickpunkt des Opfergeschehens das Kruzifix auf.

Die weitausladenden Kreuzbalken tragen in figürlicher Darstellung die vier Evangelisten, des Ganze ein Schnitzwerk aus Eiche des Halleiner Bildhauers Jakob Adlhart. Während nun diese gesamte Altaranlage ihr besonderes Tageslicht von einem seitlichen großen Fenster nahe der Tabemakelnische erhält, bewirken die Ausleuchtung bei Dunkelheit fünf, in die Decke integrierte Strahler,

Das Ambo, hier ein einfaches Holzgestell, kann nach Wunsch überall aufgestellt werden.

An der einen Seitenwand ragt ein mächtiges Schnitzwerk aus der Wand, Es ist der vom Bildhauer Oskar Häfinger aus alten Eichenstämmen herausgehauene Kreuzweg. Die einzelnen Figuren dieses Leidensweges sind Vielfach nur angedeutet um die Wucht des Geschehnisses recht deutlich zu machen wie zum Beispiel der dreifache Fall unterm Kreuze, der durch den vorbrechenden Eichenblock an diesen Stellen besonders heraussteht.

An der zweiten Seitenwand, der Eingangsseite, führt eine Tür in die Sakristei, über ihr ist ein renoviertes Bild aus der alten Kapelle, eine Pieta darstellend, angebracht. Die schlichte Gipszeltdecke überm ganzen Raum sorgt in der Art ihrer Ausbildung fiir eine gute Akustik.

Die übrigen Baulichkeiten dieser Gottessiedlung schließen folgerichtig an die Kirche an. Die schon erwähnte Sakristei, am Altarplanum gelegen, hat ihren Zugang ebenso wie die anschließende Pfarrkanzlei auch vom kleinen Hof aus.

So auch die Wohnung des Pfarrers, mit den geforderten bescheidenen Räumen. Die Wohnung hat eigenen Zugang bzw. Ausgang in den Garten und außerdem eine enge Verbindung mit dem Jugendheim, letzteres fasst ca. 80 Personen im freien Gestühl und hat eine Empore für Projektionen. An den Ausgang ins Freie schließt der Abgang zu Bastelräumen, völlig getrennt von der Pfarrerwohnung.

An den Jugendheimsaal schließt ein Jugendgruppenraum an, vom Hof direkt zugänglich. Eine Stiege in Pfarrhof mit Ausgang in den Pfarrgarten führt zur Heizung und den Kellerräumen, so wie zu den Räumen im Obergeschoss, zur Aufnahme bescheidener Räumlichkeiten für Köchin und Küster und Gast.

An den südlich gelegenen Pfarrgarten, auch von der Nebenstraße an einer Garage vorbei zugänglich, schließt westlich das Areal an, das zur Aufnahme eines Kindergartens dient.

Erklärung zum Glasfenster der Pfarrkirche von Zwölfaxing

Thema: Die Taufe

Älteste Anschauung: Die Reinigung von Sünden durch das Wasserbad. Der Name JESU. Die eschatologische Gabe des Geistes.

Paulus: Der Mensch wird in CHRISTUS hinein getauft (getaucht) und damit in den Tod Christi einbezogen. So ist der äußere Ritus des Untertauchens, konkretes sakramentales Abbild. Damit verbunden auch die Auferstehung mit Christus, als deren Symbol das Auflauehen aus dem Wasser.

Neues Testament: Idee des Wassergrabes und des mit ihm verbundenen Geschehens Wiedergeburt durch die Ausgießung des hL Geistes.

Johannes der Evangelist: 1.Johannesbrief (5,7) „Geist, Wasser und Blut” gehören zusammen Urphänornene der Eueharistie und Taufe: Aus der durchbohrten Seite des toten JESU hervor fließendes Blut und Wasser.

Ausführung: Das Wasser (Blau) durchzieht das ganze Bild. Im unteren Drittel: Wasser und Blut CHRISTI symbolisierend die Einbeziehung des Täuflings in den Tod CHRISTI.

Vom oberen Drittel her der Einfall des Lichts des hl. Geistes das bis in die Zone des Todes Christi wirkt, symbolisierend die Wiedergeburt durch die Ausgießung des Hl. Geistes.

Das Geläute der Pfarrkirche besteht aus drei, von der

GRASSMAYR GLOCKENGIESSEREI GmbH A—6020 Innsbruck . Leopoldstraße 53 . Austria hergestellten Glocken.

Glocke I Dm. 620 mm 120 kg – Glocke II Dm. 500 mm 75 kg – Glocke III Dm. 400 mm 40 kg

Unterlagen über das Gussjahr oder etwaige Verzierungen der Glocken sind nicht vorhanden.